Lemon Curd Tarte mit Baiserhaube

Kennt ihr das? Eine Torte, ein Kuchen oder ein Gericht, was ihr noch nie zubereitet und gegessen habt, aber genau wisst, wie es schmecken soll? So ging es mir die letzten Wochen. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich Sie aufgeschnappt habe, aber seit einiger Zeit geisterte Sie mir durch den Kopf. Sie. Erfrischend, keksig, locker, leicht, zitronig und süß stelle ich Sie mir vor. Schon bei dem Gedanken an Sie fängt mein Kuchenmagen an zu knurren. Ja, ich habe einen Kuchenmagen, der liegt genau neben dem Eismagen. Wenn der Kuchenmagen voll ist, passt immer noch etwas in den Eismagen. Denn für Eis ist immer Platz, sagte schon meine Oma. (Interessanterweise kennt Word das Wort Kuchenmagen, aber nicht Eismagen)


Aber zurück zu meiner Kuchenträumerei. Bis letzte Woche war Sie nur eine Vorstellung, eine Idee, ein Gedanke, eine Illusion, aber nun steht Sie vor mir, ganz real, meine Lemon Curd Tarte mit Baiserhaube und ich bin ganz gespannt, ob sie genau so schmeckt, wie ich sie mir vorstelle. Als erstes fühle ich das schaumige Baiser, schmecke aber gleichzeitig das zitronige Lemon Curd und dann kommt schon der leckere Mürbeteig. Falls ihr euch wundert, wie das geht, ich habe die Angewohnheit, bestimmte Speisen falschherum zu essen und dazu gehören sowohl Burger als auch Kuchen. Gleich noch eine Gabel voll probieren. Vielleicht ist das Lemon Curd etwas zu sauer, dafür aber sehr erfrischend. Der Mürbeteigboden ist  sehr dick geworden, dafür hätte die Baiserschicht etwas dicker sein können.  Nein, alle Zweifel bei Seite, ich finde Sie toll so! Und perfekt für den Sommer, durch das erfrischende Aroma der Zitrone. Wenn ihr euch auch überzeugen möchtet, dass eine Lemon Curd Tarte etwas unglaublich leckeres ist, dann bekommt ihr hier mein Rezept:

Für den Mürbeteig:
200g Mehl
½ Löffel Backpulver
60g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
75g weiche Butter
1 Ei

Mehl und Backpulver vermischen, dann den Rest der Zutaten hinzugeben und mit einem Rührgerät mit Knethaken erst auf niedrigster Stufe verkneten, dann auf der höchsten Stufe. Die Masse mit den Händen zu einem homogenen Teig verkneten und eine Kugel formen. Nun den Teig gleichmäßig ausrollen, circa 2 cm weiter als die Spring- oder Tarteform groß ist. Den ausgerollten Teig so in die gefettete Form legen, dass überall gleich viel Teig übersteht. Diesen am Formrand zu einem Tarterand hochformen. Mit einer Gabel kleine Löcher in den Boden stechen. Den Boden im vorgeheizten Ofen auf der untersten Schiene bei 180° Grad Ober- / Unterhitze für circa 20 Minuten backen, bis der Boden eine schöne Bräune hat. Danach abkühlen lassen.
Während der Backzeit ist genug Zeit für die Zubereitung des Lemon Curd. Das Rezept habe ich aus Manuela Kjeilens Buch „Die Backfee Zuckersüß“ genommen.

Lemon Curd:
100ml Zitronensaft (von frischen Zitronen)
2 TL geriebene Zitronenschale (von einer unbehandelten Zitrone)
75g Zucker
4 Eigelb (das Eiweiß brauchen wir dann für die Baiserhaube)
60g Butter

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, alle Zutaten in eine Schüssel (am besten eine Metallschüssel) geben und die Schüssel in den Topf hängen. Alle Zutaten mit einem Schneebesen verrühren und nun rühren, rühren, rühren, bis die Masse eine dickliche Konsistenz bekommt. Das kann so fünf Minuten dauern, der Sport ist dann auch schon erledigt. Zwischendurch am besten mal probieren, ob das Lemon Curd dem Geschmack entsprechend süß oder sauer genug ist. Wenn das Lemon Curd die richtige Konsistenz hat, die Schüssel aus dem Wasserbad nehmen und etwas abkühlen lassen.

Jetzt zur Baiserhaube!

Das übrig gebliebene Eiweiß steif schlagen. Bei Bedarf kann das Eiweiß mit Zucker gesüßt werden, ich mache das aber eigentlich nicht, da mir das zu süß ist. Allerdings ist das Lemon Curd relativ sauer und auch der Mürbeteigboden ist nicht übermäßig süß, wer es also lieber etwas süßer mag, sollte in diesem Fall noch etwas Zucker zur Eiweißmasse geben. Nun das Lemon Curd (muss nicht ganz abgekühlt sein) auf den abgekühlten Mürbeteigboden geben und gleichmäßig verteilen. Dann das geschlagene Eiweiß auf die Masse geben und zum Beispiel zur Mitte hin höher streichen oder kleine Wirbel in die Masse formen. Jetzt kommt die ganze Tarte noch einmal in den vorgeheizten Ofen und zwar bei höchster Temperatur für ca. 7-8 Minuten bis die Baiserhaube eine leichte Bräune bekommt. Die Tarte aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und dann schmecken lassen.

Wir ihr vielleicht an meinen Fotos sehen könnt, ist mir der letzte Schritt nicht ganz gelungen. Schuld daran ist ein kleines Missverständnis mit meinem Ofen, aber wir haben uns wieder vertragen, keine Sorge. Wir kennen uns halt noch nicht so lange, da muss man sich erst mal richtig kennenlernen, um perfekt miteinander auszukommen.  Mein Ofen war nicht heiß genug, daher hat es sehr lange gedauert bis die Haube gebräunt war und das hat dazu geführt, dass die Haube etwas eingefallen ist. Geschmeckt hat es trotzdem super.

Habt ein schönes Wochenende mit viel Kuchen und vielen tollen Sachen. In Berlin kann man dieses Wochenende auf jeden Fall eine Menge erleben unter anderem findet die Fête de la Musique statt und viele Feierlichkeiten zu Midsommar (Mittsommer).

Kramar (das ist Schwedisch und heißt „Umarmungen“)

Nina

3 Kommentare zu „Lemon Curd Tarte mit Baiserhaube

  1. Wow das hört sich wirklich nach dem perfekten Sommerkuchen an 🙂 Und das mit dem Kuchen- und Eismagen erklärt alles!
    LG
    kochereien.wordpress.com

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